Herbert Roth und seine Instrumantalgruppe 1981 (Foto: Helmut Schaar, Quelle: Wikimedia: Bundesarchiv Bild 183-Z0415-301, CC-BY-SA-3.0
Meiningen hat seinen Theaterherzog Georg II., Suhl seinen Komponisten Herbert Roth. Meiningen lässt den 200. Geburtstag des Bühnen-Reformators mit Theaterdonner krachen und ist weit über die Werrastadt hinaus seit Monaten im Gespräch. Suhl geht den 100. Geburtstag seines bekannten Volksmusikers im Dezember hingegen stiller und verhaltener an. Immerhin ist Bescheidenheit eine Zier und eine gediegene Überraschung irgendwann oder schon in Bälde im weiten Rund des CCS ist vielleicht besser als ein lang zuvor angekündigter Bronzeguss vorm Schloss. Die Aktivitäten sind frei, jeder nach seinem Gusto.
Dabei sind die Lieder des bekannten Suhler Musikers nicht gerade unbekannt in Thüringen und darüber hinaus. Man könnte meinen, in ihrer Zeit waren sie ebenfalls so etwas wie eine volksmusikalische Reform. Erfreulich ist jedenfalls, dass die Heimatzeitung Freies Wort dem Ereignis angemessene Bedeutung beimisst durch eine bemerkenswerte Beitragsreihe. Ebenso erfreulich war unlängst eine Ausstellung in der Galerie, organisiert vom Verein Provinzkultur. Lob verdient auch das Engagement des kleinen Teams des Stadtarchivs für die Auftaktveranstaltung zur Neuauflage des Heftes „Herbert Roth“ in der Edition Kleine Suhler Reihe. Der Autor Wolf-Dieter Schmidt aus Hannover hatte für seinen informativen und unterhaltsamen Vortrag viel unbekanntes Material gehoben. Dieses brachte er so exzellent ins Publikum rüber, dass man gerne noch ein halbes Stündchen länger zugehört und auf Bilder geschaut hätte. Gewünscht hätte sich mancher, dass der Saal knackevoll gewesen wäre. Wahrscheinlich war die Werbetrommel doch zu sacht geschlagen worden.
Nun steht das nächste Ereignis im Roth-Jahr an: Das Rennsteiglied wird am 15. April 75! Das soll natürlich zu Ehren von Herbert Roth, Karl Müller und Waltraut Schulz zünftig gefeiert werden, und zwar in den Bergen, ganz nah am Rennsteig. Karin Roth und der Tourismus- und Heimatverein Vesser haben sich zusammengetan, ein Geburtstagsfest zu organisieren. Bekanntlich braucht man dafür eine finanzielle Unkosten-Basis. Um diese zu erhärten, haben sich die Mitglieder des Vereins Freie Wähler Suhl entschlossen, 300 Euro beizusteuern und auch ein paar zusätzliche Kuchen mitzubringen. Mehr als werben können wir an dieser Stelle für die Party nicht: Leute, die ihr Zeit habt und einen geselligen Nachmittag erleben möchtet, kommt am 15. April nach Vesser zum Offenstall. Ab 12 Uhr gibt es dort Spezialitäten vom Grill. Ab 13 Uhr startet Detlef Weiß eine kleine Wanderung zum Rubelsberg und ab 14 Uhr gibt es ein musikalisches Programm voller Überraschungen mit Karin Roth. Anschließend wird Kaffee und selbstgebackener Kuchen gereicht. Vielleicht ja auch ein Eierlikörchen…
Selbstverständlich ist das Event mit der SNG-Stadtlinie K zu erreichen: 11:30 Uhr ab Bahnhof/Kommerstraße, Zustieg ist an den bekannten Haltestellen. Zurück geht es dann 17 Uhr ab Vesser ebenfalls wieder mit der K-Linie. Bei Erreichen der Kapazitätsgrenze des Busses, sollte sich mit der SNG garantiert eine Lösung finden lassen.
Herbert Roth schaut gewiss mit Vergnügen von oben auf all die Gäste, die im idyllischen Vesser das Rennsteiglied schmettern. Vor einem Denkmal muss er sich ja nicht fürchten. Allerdings war zu Beginn des Jahres doch von einem Musical zu seinen Ehren die Rede. Wieder mal was davon gehört?
Ingrid Ehrhardt, Stellvertretende Vorsitzende Verein Freie Wähler Suhl